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Als Mark und ich (Susi) uns gestern entschlossen auf`s heimische Eis des Pönitzer Sees zu gehen und zum Nite, der noch vom Vorabend auf dem Eis stand, auch noch den DN aufzubauen, waren wir uns schon bewußt, dass 7 cm Eisdicke bei 2 grad plus nicht gerade beruhigend aber ausreichend sind.
Es war alles organisiert: Büro erledigt, Kinder versorgt (der Fernseher lief in 30m Luftlinie im Wohnzimmer), die Große (Maja) hatte meine Handynummer, Hund Dolly war am Steg angeleint (jaul!)- also los.
Als Mark sportlich mit dem DN unterm Arm vom Steg aufs Eis hüpfte, Knackte es und es zuckten so kleine weiße Risse auf. "Das Eis hält, das ist nur hier am Ufer unter den Bäumen." "Ach so." "Nun los, bau schon Dein Segel auf!" Naja, ich guck erst mal... " Was soll denn der Quatsch, dafür hätte ich das ganze Gerödel auch nicht runterschleppen brauchen!" So läuft das eben, wenn Mann und Frau zusammen segeln gehen. So packte mich das schlechte Gewissen. Also nehme ich all meinen Mut zusammen und baue möglichst cool meinen Schlitten auf, schließlich haben wir auch schon gespannte Zuschauer, eine Mami mit zwei kleinen Kindern. Diese kläre ich zwischendrin kurz auf, Sie möge bitte nicht mehr aufs Eis gehen, jedenfalls nicht ohne Eissegler. Und das Eis knirscht unter Marks Gewicht... Mein Adrenalinspiegel steigt unaffällig.
So, nun ist alles fertig, die Segel flattern nervös im Wind, die Schlitten scharren unruhig mit den Hufen- äh Kufen, Helm auf und los- aber erst mal Mark vorfahren lassen! Oh- er ist schon halb übern See, ist schnell heute, nix wie hinterher. Der Nite rauscht fast geräuschlos übers Spiegeleis durch 0,5 cm Wasserauflage. Wao, jetzt kommt die erste Böe. Mark ist weit nach lee gefahren. Hab mich bisher immer nicht getraut. Bin immer nur Halbwind hin und her. Was hat er immer gesagt? "Segel dicht und abfallen. Dann steigt er auch nicht." Hmmm. Scheise, Augen zu und durch-- meine Froschnase! wird das schnell. Kein rumpeln, kein kratzen.
Mark ist nach 500m- Radius- Halse schon wieder Richtung Badeanstalt am hochluven. Auf dem Weg hinterher lass ich mal eben ein paar hundert Graugänse, die zu früh heimgekehrt sind, aufsteigen. Die schieten eh nur alles voll. Wie war das- bei der Badeanstalt hoch am Wind volle Kanne um den Badeponton und dann wieder nach lee runterballern! Aha. Irgendwie geht die Lenkung heute so schwerbei der Wende nach Stb. Mmmm- ratsch, mit einem Ruck geht sie plötzlich, natürlich übersteuert, ich werde kurz durchgerüttelt, habe aber schnell wieder Kontrolle. Mein Adrenalinspiegel droht überzulaufen.
So langsam fasse ich Vertrauen ins Volle Pulle Abfallen und Dichthalten. Hahaaa! Ich komme mir vor, wie im Flugzeug. Nur Rauschen, kein einziger Holper, keine Risse, nur Spiegelfläche. Solches Eis habe ich noch nie erlebt. Man verliert fast das Gefühl für den Speed, weil das Auge keine Anhaltspunkte auf der Fläche findet. Oh doch- ein Schietfeld! Hunderte von Haufen flitzen unter mir durch- ausweichen unmöglich. Mark wird wieder schimpfen- Kufenschleifen angesagt! Vogelschiet soll schlimmer für die Kufen sein, als sonst was. Hängt das nicht davon ab, was die Viecher gefressen haben?
Oh man, mein Handy klingelt! Gerade jetzt! Ist bestimmt Maja, weil die DVD nicht läuft! Habe noch viel Platz bis zum nächsten Schilf. Anhalten ist sinnlos- dauert zu lange. Also Segel auf, Handschuh aus, Maske runter, Handy raus- und nu? Irgendwie schaffe ich es, bei noch recht flotter Fahrt das Handy unter den Helm zu quetschen und rufe "Ja?"- " Mami?"- "Jaa!"- "Dürfen wir uns ein paar Naschis aus der Naschibox nehmen?"-Brave Kinder! "Jaaaaa!!!" Handy weg, Hanschuh an, Maske hoch, Schot dicht und schon kommt die Halse. So groß ist unser See nun auch wieder nicht. Frauen können viele Dinge gleichzeitig machen!
In der Pause fragt Mark mich , ob ich wissen möchte, wie schnell wir waren. Na klar. Was, Du hattest ein GPS dabei? (Wo hat Er das denn schon wieder her) Na klar. 69,4 km/h. War das jetzt sehr schnell? Ich glaube schon. Dafür, dass wir nur ca. 1000m Anlauf haben? Jetzt soll ich den GPS mitnehmen. Auf dem See merke ich, dass das Ding dummes Zeug anzeigt und halte an, um zu fummeln (am GPS!). Mark kommt vorbei und fragt, ob alles OK ist. Ja doch. Er kommt langsam ran, um sich den GPS anzusehen. Da fängt das Eis unter uns zu knacken an und ich brülle nur noch: verschwinde!! Und jeder zieht seinen Weg. Nachdem der GPS wieder läuft machen wir eine neuartige uns entgegenfahrende Wurfübergabe des Gerätes. Sicher ist sicher!
Den GPS am Steuerrad (höhö!) kann mich nichts mehr halten- nur noch die Augen auf der Anzeige, Ich will die 70 knacken!Schade, schaffe nur 66,1. Aber hallo, bin ja auch ne Frau!! Am Steg sagt Mark: "Wolltes es wohl richtig wissen, was?" Jetzt wirds bald dunkel, also einpacken. Leider müssen wir die Schlitten abbauen, das Eis ist fertig. Schade, aber diesen Tag haben wir mal wieder im Sack! Unter uns knackt das Eis immer häufiger, aber hier am Steg kann mich das nicht mehr erschüttern, ich würde eh nur 20 cm tief im Wasser stehen. Das wärs jetzt noch- so als Krönung des Tages!
UM 23.00 Uhr kommt Mark aus dem Keller vom Zeug wegräumen und meint: " Mist, draußen friert´s wieder, -2 grad, wir hätten die Schlitten doch stehenlassen sollen." "Waaas??" Ich bin wieder hellwach.
Nein, war nur ein Scherz. So ist er. Wir haben ja erst Anfang Februar, da kann noch viel passieren....
Bis Bald Mark G17 und Susi
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