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Eissegeln ist die schönste Nebensache der Welt

 

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Reschencup 2011 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Ueli Marti   
Montag, den 14. Februar 2011 um 22:21 Uhr

Am 12. Februar erfolgte die Einladung zum Reschencup durch die Flotte Süd. Da das Eis auf den Juraseen unter dem Wärmeeinbruch zu leiden beginnt, entschliessen wir uns mit Matthieu, Z-87 und Fredy, Z-42 hinzufahren.

Auch am Reschen ist es vergleichbar warm, als wir am kurz nach Mitternacht Samstag früh eintreffen, ist es knapp unter null Grad. Am Morgen weckt uns die strahlende Sonne, nach dem Frühstück fahren wir ans Eis, es hat schätzungsweise 50-60cm, praktisch perfekte, harte Oberfläche mit vereinzelten Schneepatches.......

Habe sowas noch nie gesehen, seit knapp 2 Monaten kann man am Reschen praktisch ununterbrochen segeln.

Einer nach dem andern trudeln alle ein, sogar Krogo hat den langen Weg unter die Räder genommen, er lässt sich keine Gelegenheit entgehen an den Reschen zu fahren. Pünktlich um 11Uhr stellt sich auch ein leichter Nordwind ein, bis anhin war's windstill. 13 Segler melden sich beim Wettfahrtleiter Thomas "Radlhuber" an. Es geht los auf die Piste, der Kurs wird in der oberen Seehälfte ausgesteckt da der schwache Wind nicht weiter runter reicht. Die knappen 1 Bft sind aber genug, so dass wir gleich zur ersten Wettfahrt starten können. Wir stellen uns in Zufallsordnung auf, alle nach rechts, ohne Startlinie. Das Startsignal gibt Peter Brög G-828, als Mitsegler durch lautes Rufen. Da kein Starter verfügbar ist machen wir das abwechslungsweise selber, das Scoren übernimmt Thomas der jedesmal nach dem Zieleinlauf sofort seine Liste und den Stift zückt. Hut ab, man kann eine DN-Regatta mit sehr einfachen Mitteln organisieren! Der leichte Wind ist unregelmässig über die Bahn verteilt, es gilt vor Allem die Böen zu finden. Nach einem anfänglichen 4. Rang gelingt mir das recht gut, ich kreuze die Linie in den nächsten 3 Läufen als Erster. Die Komination 1D Speed – dünne Slots 90°, lange Auflage bewährt sich, ich habe guten Speed, vor Allem Downwind. Um Platz 2 und 3 kämpfen jeweils Thomas G8 und Peter OE41, dann kommen jeweils Fredy Z42 und Matthieu Z87. Im 5. Lauf ist Fredy nicht zu halten, er will uns jedoch nicht sagen was er geändert hat (übrigens auch nach einigen Ballantines am Abend nicht, siehe unten). Der Wind lässt wieder etwas nach, das Eis wird stelleweise durch die viele Sonne weicher wir versuchen einen 6. Lauf der von Helmut OE110 mit teilweise grossem Vorsprung angeführt wird. Der Wind wird jedoch löchrig, es muss oft geschoben werden, Thomas beschliesst diesen Lauf nicht mehr zu werten.

Abends geht's zum gemeinsamen Nachtessen zu Erna, nach dem Essen erfolgt die Rangverkündigung mit den kurzfristig organisierten Preisen. Ich darf als Sieger ein von Peter OE41 gestiftetes Messer entgegennehmen, Zweiter wird Thomas G8, Dritter Peter OE41. Die vollständige Rangliste wird sicher noch von Thomas nachgeliefert. Anschliessend liessen wir den Abend bei feuchtfröhlicher Stimmung ausklingen, Peters hart ersegelte Flasche Ballantines musste dran glauben, die Flotte Süd finanzierte die übrigen Getränke, aus dem Startgeld bezweifle jedoch dass das gereicht hat, besten Dank an die Flotte.

Sonntag war's anfänglich bedeckt und windstill, kurz nach Mittag beschlossen wir einzupacken. Sobald das Gerödel auf dem Auto verladen war kam leichter Südwind auf, na dann, nichts wie weg, bevor wir den Andern beim Segeln zuschauen müssen.

Alles in Allem ein perfektes Wochenende am Reschen, ich möchte an dieser Stelle Thomas nochmals herzlich für die spontane Organisation und Gastfreundschaft bedanken. Er zeigt uns immer wieder, dass man auch mit einfachen Mitteln perfekte Anlässe hinkriegt.

Think Ice, Ueli Z-78

Nachtrag

Da ist mir noch eine kleine Episode entgangen welche ich der Eisseglergemeinde nicht vorenthalten möchte:

Wie hart am Reschen gekämpft wurde, kann folgendermaßen veranschaulicht werden: Zwei Mitstreiter (ihren Namen will ich hier nicht nennen, wer sich etwas auf dem Eis rumhört wird sie ohnehin erfahren) bedrängten sich bei der Zieleinfahrt dermassen (wohlverstanden, es ging um den 7. Platz von 13 Seglern !) dass der eine keinen anderen Ausweg mehr fand als mit 80 kmh zwischen den schon geparkten Schlitten und den Scorern hindurch in seine eigene, beräderte Kufenkiste zu schiessen. Seinen Schlitten zerlegte er dabei in alle Einzelteile. Seine Motivation kann auch daran ermessen werden, dass er es schaffte, seine Kiste für den nächsten Start, 10 Minuten später wieder klarzukriegen. Und dies, trotz abgerissener Planke ! Glücklicherweise darf gesagt werden, dass bei der Uebung ausser dem Material niemand zu schaden kam.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 15. Februar 2011 um 17:05 Uhr
 
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